Shopify-Migration-Agentur: worauf du achten musst, bevor du unterschreibst
Du hast dich entschieden, die Migration nicht selbst zu machen. Die nächste Frage ist unangenehmer als sie klingt: Welche Agentur bekommt den Auftrag - und was passiert, wenn die Zusammenarbeit später endet?
Die meisten Migrations-Angebote lesen sich ähnlich: Festpreis, Termin, fertiger Shop. Was selten im Angebot steht, entscheidet aber, ob du danach frei bist oder an genau diese Agentur gebunden bleibst. Dieser Artikel ist die Checkliste für das Gespräch, das du vor der Unterschrift führen solltest.
(Für den kompletten Überblick über alle drei Migrations-Wege - inklusive DIY - lies zuerst den Plattform-Migrations-Guide. Für die reine Kosten-Rechnung: was eine Migration wirklich kostet.)
Die Frage, die vor dem Preis kommt
„Was kostet die Migration?" ist die erste Frage, die die meisten stellen. Die wichtigere kommt danach: „Was gehört mir, wenn ihr fertig seid?"
Das ist keine Spitzfindigkeit. Eine Agentur kann exakt denselben Shop liefern - und trotzdem zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse produzieren: einmal ein System, das du selbst weiterpflegen und bei Bedarf zu einem anderen Entwickler mitnehmen kannst. Und einmal ein System, an dem ohne genau diese Agentur nichts mehr geht, weil Zugänge, Doku oder Lizenzen fehlen.
Vier Fragen vor jeder Beauftragung
Stell diese vier Fragen, bevor du unterschreibst - die Antworten zeigen dir, in welche der beiden Kategorien die Agentur fällt:
1. „Bekomme ich alle Zugänge - Server, Hosting, Domain, Adminbereich?"
Die ehrliche Antwort ist immer „ja, alle". Jede Einschränkung („die Serverzugänge verwalten wir für dich") ist der erste Baustein einer Abhängigkeit.
2. „Ist die Einrichtung dokumentiert, oder steckt das Wissen nur bei euch?"
Ohne Dokumentation bist du auf die Agentur angewiesen, sobald irgendetwas geändert werden muss - auch für eine Kleinigkeit.
3. „Kann ein anderer Entwickler übernehmen, wenn ich das möchte?"
Eine ehrliche Agentur bejaht das ohne zu zögern. Zögern oder Ausweichen ist die Antwort, auf die du wirklich hören solltest.
4. „Läuft mit dem Projekt automatisch ein Wartungsvertrag mit, oder ist das optional?"
Ein Wartungsvertrag ist an sich nichts Schlechtes - aber er sollte eine bewusste Entscheidung sein, keine stille Verlängerung der Abhängigkeit.
Das typische Agentur-Muster - und warum es entsteht
Das Muster, das am Ende oft steht: mittlerer vierstelliger Betrag bezahlt, der Shop läuft - aber ohne die Agentur lässt sich nichts mehr daran ändern. Das passiert selten aus böser Absicht. Es ist ein Geschäftsmodell: Der Umzug allein ist für viele Agenturen nicht das eigentliche Geschäft, sondern der Einstieg in den laufenden Wartungsvertrag danach. Je enger das System an die Agentur gebunden bleibt, desto sicherer ist dieser Folgeauftrag.
Das erklärt auch, warum die vier Fragen oben so selten von allein beantwortet werden - sie zielen genau auf den Teil des Geschäftsmodells, der lieber unausgesprochen bleibt.
Die Alternative: Done-for-you ohne Agentur-Lock-in
Es gibt einen Mittelweg zwischen „alles selbst bauen" und „Agentur mit Abhängigkeit in Kauf nehmen": jemanden beauftragen, der die Migration übernimmt - und das Ergebnis danach vollständig übergibt, so wie es auf die vier Fragen oben passt. Der Kern des Stacks (WooCommerce, Mautic, n8n) ist Open Source statt proprietärer Agentur-Software, alle Zugänge bei dir, die Einrichtung dokumentiert. Kein Wartungsvertrag als Voraussetzung - eine 30-Tage Tech-Safety Garantie sorgt dafür, dass das Ergebnis erst mal funktioniert, ganz ohne laufende Bindung danach.
Der Unterschied zur klassischen Agentur ist damit keine Frage des Preises, sondern der Architektur: Läuft dein neuer Shop auf einem System, das dir gehört - oder auf einem, das nur die Agentur wirklich versteht?
Was ein solcher Aufbau kostet, steht ehrlich vorgerechnet in der Kosten-Übersicht - hier ging es bewusst nicht um den Preis, sondern darum, wonach du fragen solltest, bevor der Preis überhaupt relevant wird.
Häufige Fragen zur Agentur-Beauftragung
Ist eine Agentur schneller als Done-for-you mit eigenem Stack?
Eher andersrum: Eine Agentur-Migration liegt typisch im Bereich Wochen bis Monate, Done-for-you mit eigenem Stack meist bei Tagen bis wenigen Wochen (Details im Migrations-Guide). Der größere Unterschied zeigt sich aber ohnehin nicht in der Dauer, sondern danach: was dir gehört, wenn die Arbeit fertig ist.
Was, wenn ich schon eine Agentur beauftragt habe und jetzt zögere?
Die vier Fragen oben lassen sich auch nachträglich stellen - vor dem Go-Live ist noch nichts endgültig. Ein kostenloses Express-Audit gibt dir eine unabhängige Einschätzung, was der aktuelle Stand wert ist.
Gilt das auch für Shopware- oder Magento-Agenturen?
Ja - das Lock-in-Muster (fehlende Zugänge, fehlende Doku, impliziter Wartungsvertrag) ist plattformunabhängig. Die vier Fragen gehören vor jede Migrations-Beauftragung, unabhängig vom Ausgangssystem.
Am Ende entscheidet nicht der Angebotspreis, ob eine Migration ein guter Deal war - sondern ob du hinterher frei bist oder gebunden.
Bevor du dich festlegst - lass es durchrechnen.
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